RFS-ALVIV
RFS-Titel
NAV-04
STSLS2
FS STlor1

Ute Fischer und Bernhard Siegmund

Sehnsuchts-Trip Sankt Lorenz Strom
Neuerscheinung 2020

Deutsche Spuren in Ostkanada
Die Wiege des heutigen Kanadas steht am Sankt-Lorenz-Strom
(Artikel aus dem Buch "Sehtsuchts-Trip Sankt-Lorenz-Strom")

Die meisten Reisen beginnen mit einer Fantasie, mit einer Idee, mit einem Ziel. Auch die ersten Eroberer des heutigen Sankt Lorenz Stroms suchten nach dem Geheimnis baskischer Seeleute, die von ihren Fischzügen mit überreichem Fang und sogar mit Pelzen heimkehrten. Wo waren sie gewesen? Wo lag dieses Paradies, das Wohlstand und Ansehen in der Heimat versprach? 

Teilweise grausame Schicksale von Indianern, wagemutigen Seefahrern und verzweifelnden Auswanderern ranken sich um die Entdeckung dieses Wasserwegs, der im 16. Jahrhundert für den Seeweg nach China gehalten wurde. Franzosen und Briten lieferten sich Massaker mit Indianern und blutige Kriege gegenseitig. Alle wollten Herrscher in Neu-Frankreich, dem späteren Kanada sein. Europäische Siedler urbanisierten mehr oder weniger erfolgreich das Land an einem unvergleichlichen Flusssystem, das sich unter verschiedenen Namen auf 3.700 Kilometer aus den Großen Seen speist.

293 Kilometer misst die 1959 eröffnete Wasserstraße Sankt Lorenz Strom, beginnend am Fuße der Niagara-Wasserfälle in den Ontariosee bis zum Atlantik. An seinen Ufern entwickelten sich aufregende Metropolen wie Toronto, Montreal und Quebec. Majestätisch und kompromisslos kennzeichnet er die Grenze zwischen Kanada und den USA.  So auch zwischen den Thousand Islands. Ein akribischer Zähler kam auf 1864 Inseln. Ihre Ausmaße schwanken zwischen 124 Quadratkilometern mit mittelalterlichen Ritterburgen, intimen Refugien und Winzlingen mit nur einem Baum.

Das vorliegende Buch beschreibt eine Rundreise, beginnend in New York und abschließend in Halifax und Bar Harbour. Stippvisiten sind das noch immer deutschgeprägte Lunenburg in Nova Scotia und Peggy`s Cove, der meistfotografierte Leuchtturm der Welt. Bei Bar Harbour im US-Staat Maine errichteten sich Ende des 19. Jahrhunderts auf Dessert Island die Rockefellers, Fords und Astors ein elitäres Ferienparadies mit Luxusvillen, mitten im Indianergebiet der Wabanaki. Ihre Nachfahren halten noch heute rührend mit einer Museums-Begegnungsstätte und Workshops das Erbe der überrumpelten Frist Nation wach. John D. Rockefeller vermachte das Land zum Beginn des 20. Jahrhunderts dem amerikanischen Staat mit der Auflage, den hier entstandenen Acadia-Nationalpark dauerhaft zu schützen.

Die Autoren, erfahrene Reisejournalisten, reisten auf eigene Kosten mit kritischem Blick und Gaumen ab Montreal auf der AIDADiva. Der beabsichtigte weitere Stopp in Boston fiel wegen Hurrikan aus.